Fusionen von Tennisvereinigungen als Mittel der Nachwuchsförderung in Nordrhein – Westfalen

Ein Meinungsbeitrag von Christian Ohm, Geschäftsführer im TB Meerbusch e. V.

Anlässlich des ITF Tennisturniers auf den Außenplätzen des TB Meerbusch e. V. vom 01. Mai bis 08. Mai 2022 (www.kirschbaun-international.de) forderte der Veranstalter des Turniers, Marc Raffel, im Vorwort, dass „die Vereine in der Pflicht seien viel mehr in die Jugend- und Nachwuchsarbeit zu investieren!“.
Als interessierter Beobachter des Turniers, der sich als Coach mit einem Nachwuchsspieler aus dem Tennisverband Niederrhein e. V. an dem Turnier beteiligte, kann ich der Aussage meines DTB A-Lizenz – Trainer Kollegen Marc Raffel nur zustimmen.
Bester Teilnehmer aus Deutschland war ein Nachwuchsspieler aus Bayern beim ITF Event in Meerbusch im Jahre 2022, und der heimische Nachwuchs konnte sich unisono nicht durchsetzen. Woran liegt es also und was wären mögliche Lösungsansätze?
„Ich persönlich halte es für durchaus realistisch, dass genügend Talente auch in Nordrhein – Westfalen im Tennis zu finden sind, und den Trainern die Ergebnisse anzukreiden halte ich für nicht zielführend.“

Fusionen von Tennisvereinigungen als Mittel der Nachwuchsförderung?
Im August 2021 konnte ich mich persönlich beim ATP Challenger Turnier in Meerbusch mit der aktuellen Präsidentin des Tennis Verbandes Niederrhein e. V. unterhalten, und wir waren übereinstimmend der Auffassung, dass Fusionen von Tennisvereinigungen auch die Nachwuchsförderung in Tennisvereinigungen strukturell verbessern könnten.
Ich habe als Tennistrainer eine Fusion zum TC Stadtwald Hilden e. V. (ehemals Hildener TC Rot Weiß e.V. und Hildener AT e. V.) im Jahre 2006/2007 mitverantwortlich organisiert, und kein Zufall ist für mich, dass nun aus diesem Tennisverein ein Junior/Nachwuchsspieler auch an dem ITF Tennis Event in Meerbusch mitgespielt hat.
„Aus eigener Erfahrung heraus meine ich, dass die Fusion des Vereins in Hilden den Nachwuchsspielern in der Region geholfen hat deren Tennis zu verbessern, da der Großverein ein besseres Angebot den Kindern und Jugendlichen machen konnte bei der Ausbildung und der Entwicklung.
Aber: auch der von mir betreute Turnierspieler beim ITF Event in Meerbusch e. V. konnte sich nicht durchsetzen!
Die Tennisverbände in Nordrhein – Westfalen sind also gefordert die Nachwuchsförderung den internationalen Erfordernissen anzupassen!

Fusionen der Tennisbezirke oder Verbände in Nordrhein – Westfalen?

Bekanntlich ist die Vereinigung des TB Meerbusch e. V. nicht Mitglied im Tennis Verband Niederrhein e. V., da der Bezirk Düsseldorf e. V. die Aufnahme verweigerte im Jahr 2019 mit der inoffiziellen „Begründung“ , dass der Bezirk Düsseldorf e. V. seine Kinder und Jugendlichen lieber selber ausbilden wolle.
Meiner persönlichen Nachfrage im Jahre 2022 an den ehemaligen Bezirkstrainer in Düsseldorf , welche Ziele der Bezirk bei der Förderung verfolgt hatte, wurde mir sehr ehrlich geantwortet, dass „guten Vereinsjugendlichen eine Trainingsmöglichkeit mit Gleichgesinnten gegeben werden solle, um dann in den Vereinen gute Mannschaftsspiele bestreiten zu können.“
Meiner Meinung nach ist dieses Konzept aber nicht zielführend für den internationalen Turniertennissport!
„Also ist ein struktureller Vorschlag zur Verbesserung der Nachwuchsförderung in Nordrhein-Westfalen die Auflösung des Bezirk Training .

Der Niedersächsische Tennisverband e. V. (heute Niedersachsen-Bremen) hatte im Jahre 2005 und 2006 erfolgreich eine Strukturreform umgesetzt, wo die Bezirke aufgelöst wurden im damaligen Niedersächsischen Tennisverband e. V., und wo die Nachwuchsförderung dezentral in Regionen durch den Verband durchgeführt wurde.
Selber habe ich kurzzeitig in der Region als Trainer für den Verband in Niedersachsen als Pilotprojekt mitgearbeitet, und meine Erfahrungen dabei waren positiv!“
Ob allerdings das bei unserem ITF Tennisturnier in Meerbusch 2022 festgestellte Ergebnis eines Bayerischen Nachwuchs Tennisspielers als Finalist – währenddessen die Nordrhein – Westfälischen Tennisspieler alle frühzeitig bei der Veranstaltung ausgeschieden waren – an der unterschiedlichen Struktur der Landesverbände in Bayern und in Nordrhein Westfalen liegt, oder ob die Gründe dafür doch Qualitätsunterschiede beim Training und Know How sind, ist fraglich.

Fazit:
Ich habe jedenfalls gerne dem Kollegen vom Bayerischen Tennisverband e. V zugeschaut beim Training, und auch wieder etwas an Erfahrung mitnehmen können.
Meiner Meinung nach können Fusionen ein Mittel sein, um die Nachwuchsförderung zu verbessern.
Allerdings können strukturelle Fragen bei Tennisvereinigungen nur von den Vorständen der Vereine, Bezirke und Verbände umgesetzt werden, und den Coaches sind dabei die „Hände gebunden“.
In Nordrhein-Westfalen sind es vor allem selbstständige Privatinitiativen, die am Internationen Turniertennis teilnehmen.

Der Autor Christian Ohm ist 50 Jahre alt, Jurist und
DTB-A-Lizenz –Trainer und ITF Senior Turniertennisspieler

Copyright, 26. Mai 2022 Christian Ohm

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