„Öffnungen beim Tennis oder Wirtschaftshilfen des Staates?“

Diskussion um Umgang mit dem Corona Lockdown im Tennis

Ein Beitrag von Geschäftsführer Christian Ohm, 49 Jahre und Jurist und DTB A-Lizenz-Trainer

Der Tennis Sport in der Halle ist seit dem 02. November 2020 in Nordrhein – Westfalen verboten, und seit dem 16. Dezember 2020 bis 22. Februar 2021 auch auf Außentennisplätzen.
Das Tennis Verbot in NRW ist auch vom 29. März 2021 verlängert in der Tennishalle bis zum 18. April 2021.

Der Geschäftsführer des TB Meerbusch e. V., Christian Ohm nimmt dazu Stellung:

Die TB Meerbusch e. V. begrüßt die Entscheidung der Politik alles Wesentliche zu tun, um der Corona Pandemie Einhalt zu gebieten, und die
Vereinigung leistet deshalb gerne auch Ihren Beitrag zur Solidarität bei Bekämpfung der Krise.
Die TB Meerbusch e. V. ist seit dem 31. Dezember 2018 kein ordentliches Mitglied mehr im Tennis Verband Niederrhein e. V..
Insoweit unterscheidet sich die private und individuelle Tennisvereinigung von dem Landesverband im Tennis in NRW.
Christian Ohm betont daher, dass die TB Meerbusch e. V. nicht die Klage eines Tennishallen Betreibers und des Landesverbandes in Nordrhein – Westfalen vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster (NRW) gegen das „ Verbot des Hallentennis in NRW“ (OVG des Landes Nordrhein – Westfalen vom 30. November 2020 – Aktenzeichen: 13 B 1675/20.NE) unterstützt hat!
„Wir halten die Klage inhaltlich als auch ethisch für nicht nachvollziehbar, allerdings aus wirtschaftlichen Interessen für vertretbar.
Der Tennisverband Niederrhein repräsentiert den organisierten Tennis Sport in Nordrhein – Westfalen. Tennis als Individualsport wird jedoch durch die Interessenvertretung des organisierten Tennis Sports in NRW nicht bewusst unterstützt.“ Insoweit hält Christian Ohm die Gründe des Oberverwaltungsgerichtes in NRW für nachvollziehbar, dass „der Eingriff in die allgemeine Handlungsfreiheit der Sportler und in die Berufsfreiheit der Betreiber der Sporteinrichtungen dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genüge, und das grundsätzliche Verbot des Freizeit- und Amateursportes dem legitimen Zweck diene, die Weiterverbreitung des SARS-CoV-2-Virus einzudämmen.
Verwaltungsgerichtshof München äußert Zweifel an Vereinbarkeit mit
Parlamentsvorbehalt und Bestimmtheitsgebot
Ob die Einschränkungen im Tennis Sport und das Verbot Tennis zu spielen über einen längeren Zeitraum Grundrechtskonform sind, ist strittig und fraglich:
So hat der VGH München im Beschluss vom 29. Dezember 2020 – 20 NE 20.2360 folgendes angemerkt:
„Rechtsstaatsprinzip und Demokratiegebot verpflichten den Bundesgesetzgeber, die für die Grundrechtsverwirklichung maßgeblichen Regelungen im Wesentlichen selbst zu treffen und diese nicht dem Handeln und der Entscheidungsmacht der Exekutive zu überlassen.
Da es sich bei den angegriffenen Maßnahmen um intensive und mittlerweile lange und andauernde Grundrechtseingriffe handle, reiche für diese Verordnungsermächtigung der §§28, 32 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) möglicherweise nicht mehr aus.
In den Bundesländern wird weiterhin unterschiedlich gehandhabt, ob Tennis erlaubt ist, zum Beispiel kann in Niedersachsen oder Hessen auch im Lockdown Tennis gespielt werden in der Halle, währenddessen dies in Bayern nicht erlaubt ist drinnen.
Der § 28a des Infektionsschutzgesetzes ist also weiterhin sehr auslegungsbedürftig und scheinbar nicht ausreichend bestimmt im Sinne des Art 80 des Grundgesetzes.
Sollte sich diese Rechtsauffassung in einzelnen Bereichen durchsetzen, wird es seitens der Länder nicht ausreichend sein nur auf die Kontaktreduzierung im Tennis Sport zu setzen.

Lockerungen im Tennis Sport – TB Meerbusch e. V. veranstaltet ATP Tennis Turnier vom 11. April bis 18. April 2021
Die Diskussion über den Umgang mit der Pandemie spaltet die Gesellschaft und die Politik in Deutschland – die Einen wollen einen strikten Lockdown sehen, der auch den Tennissport wieder betreffen würde und die Anderen wünschen sich erste Öffnungsschritte mit möglichen Corona Tests ab Inzidenzwerten über 100 und größer, die auch im Tennis Sport freiwillig möglich wären.
Bei der ATP Veranstaltung auf den Plätzen des TB Meerbusch e. V. ab 11. April 2021 ist dies natürlich schon Standard im genehmigten Hygieneschutzkonzept:
Die teilnehmen Spieler müssen negative Corona Tests vorlegen und werden dreimal in der Turnier Woche verpflichtend getestet.
Zuschauer sind nicht erlaubt bei der Veranstaltung.
Der Geschäftsführer des TB Meerbusch e. V. Christian Ohm sieht darin einen konstruktiven Ansatz zur Öffnung des Tennissports bei gleichzeitiger Vorsicht im Umgang mit der Pandemie.

Spitzensportverband fordert Corona Hilfen für Vereinigungen vom Staat
Aufhorchen ließ die Mitteilung im Internetauftritt der Landesverbände in Baden – Württemberg, dass der Präsident des Deutschen Tennis Bundes e. V. sich an den Bundeswirtschaftsminister und den Bundes Finanzminister gewendet hatte mit Kritik darüber, dass die Tennis Vereinigungen nicht mit „Wirtschaftshilfen des Staates“ versorgt werden.
Grundsätzlich wären, meiner Auffassung nach, Wirtschaftshilfen des Staates geeignet für Tennistrainer und Tennisunternehmen, da diese in Ihrer wirtschaftlichen Betätigung eingeschränkt sind. Tennis Vereinigungen sind kraft Ihrer Satzung grundsätzlich gemeinnützig organisiert, so dass dieser Ansatz eher für „Auswüchse der Gemeinnützigkeit spricht“ und den betroffenen wirtschaftlichen Gruppen im Tennis die Möglichkeit nehmen wird an den Wirtschaftshilfen des Staates teilzunehmen!
Wie eine mangelhafte Interessenvertretung im Tennis aussehen kann zeigt das Kontaktverbot des Rheinland – Pfälzischen Tennisverbandes mit dem für Sport zuständigen Innenministerium in Rheinland – Pfalz.
Christian Ohm plädiert für ein konsensuales Verhalten mit den entsprechenden Ministerien und der Politik. Kritik ist in einer Pandemie selten ein geeignetes Mittel, wo eher Solidarität eingefordert wird.

Fazit:
Es gibt gewichtige Gründe, dass der Tennissport in Nordrhein – Westfalen eingeschränkt wird.
Problematisch ist die Dauer der Beschränkungen des Tennissports durch die Coronaschutzverordnung der Länder. In Nordrhein – Westfalen hat sich die Politik erfreulicherweise für eine Öffnung auch im Tennissport während der Pandemie ausgesprochen und die Organisation von Außentennis ist problemlos möglich.
Die TB Meerbusch e.V. setzt sich also für eine sinnvolle Öffnung des Tennis Sport in einer Corona Pandemie ein mit der Organisation eines Profitennisturniers unter einem genehmigten Hygiene Konzepts.
So werden neben dem Tennis Verbot auch Maßnahmen wie eine kontaktarme Organisation des Außentennis im Einzel dem Gesundheitsschutz dienen.
Die zukünftige Ausrichtung des Tennis Sports in einer Corona Pandemie sollte, durch die genaue Auslegung des § 28a Infektionsschutzgesetzes geprägt sein.

Copyright Christian Ohm am 29. März 2021

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